Eine Agentur, die Skateboards produziert – da drängt sich auf den ersten Blick die Frage nach dem „warum?“ ins Rampenlicht und wartet ungeduldig auf Antworten. Schließlich heißt es ja so schön: „Schuster bleib’ bei deinen Leisten!“.

Um ganz ehrlich zu sein: die Frage hat sich uns nie gestellt. Warum nicht? Schließlich haben wir doch selbst unzählige Jahre in den Skateparks dieser Welt auf die Hausaufgaben vergessen, unser hart erwartetes Taschengeld in spärlich vorhandenen Skateshops durchgebracht und in Zeiten mageren Internets Magazine von vorne bis hinten auswendig gelernt.
Warum also eigentlich nicht?

Die Materie „Deck“

Als kreative Spielwiese bieten Skateboards herrlich uneingeschränkte Möglichkeiten und ein haptisches Erlebnis, das in Zeiten digitalen Arbeitens und digitaler Produkte, unglaublich erfrischend und zufriedenstellend ist.
Naja, um ehrlich zu sein vielleicht nicht ganz uneingeschränkt: Das extreme Format eines Decks ist für den Designprozess in jedem Fall eine Herausforderung. Eine schöne allerdings. Durch die speziellen Dimensionen, verdeckende Achsen oder die spätere Abnutzung, wird bereits im Konzept und Design zum Denken abseits täglicher Muster angeregt.

Auch die Art und Weise der Verwendung macht die Konzeption so spannend: welche Orientierung hat das Skateboard-Design? Hochformat, Querformat? Wie wird es gehalten? Was wird dadurch verdeckt, unleserlich oder gewollt betont?
Ein kleiner Auszug der Dinge, die Designern bei diesem Thema die Herzen höher schlagen lassen. Und dabei reden wir noch nicht mal von der Qual der Wahl in Sachen Deck-Shape, Sizes, Base-Colors etc.

Skate or die be good

Ist nun also das erste Deck designt, durch die Produktion gelaufen und wird zum ersten Mal in Händen gehalten, will es auch gefahren werden. Das kann man nun entweder selbst machen oder man gesteht sich ein, dass das irgendwann vielleicht nicht mehr die beste Idee ist und es Menschen gibt, die das sowieso auch wesentlich besser können. Zugegeben verwenden wir die Decks schon auch zur eigenen Fortbewegung und der Stolz über den erfolgreichen Ollie auf den abgesengten, barrierefreien Bordstein zaubert regelmäßig ein selbstzufriedenes Grinsen in unser Gesicht. So weit darf schon geprahlt werden.
Aber wie bereits erwähnt, sollen die Decks auch wirklich gefahren werden und Menschen glücklich machen.

Underexposed

Auf der Suche nach Menschen, die Skateboarden können und denen ein Deck nicht nur Freude bereitet, sondern sie auch wirklich weiterbringt, kam die Dokumentation Underexposed unverhofft und mit wegweisendem Impact ins Spiel. Der Film beleuchtet die Skateboarding-Industrie und hinterfragt welche Rolle Frauen in dieser Welt spielen. Eine unscheinbare. Zu wenig Support, zu wenig Wettbewerbe und nur langsam wachsende Aufmerksamkeit von Sponsoren.

Somit war klar, die Decks sollen Gutes tun und Frauen in der Skate-Szene unterstützen bzw. weiter bringen.

Mit Alisa Fessl konnte Johnny Be Good die erste Fahrerin für sich gewinnen. Wir sind stolz, sie laufend auf ihrem Weg unterstützen zu dürfen.

Alisa Fessl – Johnny Be Good Teamrider

Seit dem arbeiten wir auf Hochtouren an weiteren Deck-Designs und daran, wie wir etwas dagegen unternehmen können, dass Mädchen und Frauen im Skatesport „underexposed“ sind.