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Kurz gefasst

  • KI-Dienste wie ChatGPT sprechen Empfehlungen aus. Wer nicht genannt wird, kommt im Gespräch nicht vor.
  • Die häufigsten Gründe sind kein Qualitätsproblem, sondern drei banale: Zugang, Format und Sprache.
  • Gute Google-Platzierungen helfen – reichen aber nicht mehr aus, um von KI gefunden zu werden.
  • Ob dein Unternehmen empfohlen wird, kannst du in zehn Minuten selbst prüfen. Ohne Werkzeug, ohne Agentur.

Mach kurz einen Test, er dauert eine Minute. Öffne ChatGPT und stell die Frage so, wie deine Kunden sie stellen würden. Nicht „Tischler Tirol“, sondern so, wie Menschen wirklich reden: „Wir hätten gern eine Küche nach Maß – wen kann man da in der Gegend fragen?“

Und dann schau, wer genannt wird.

Bei den meisten Unternehmen passiert an dieser Stelle etwas Unangenehmes. Es kommen drei, vier Namen. Eine solide, hilfsbereite Antwort. Nur der eigene Name ist nicht dabei.

Das ist selten ein Qualitätsurteil. Von KI gefunden werden ist in den meisten Fällen kein Marketing-, sondern ein Zugangsproblem – und die Gründe dafür sind erstaunlich banal.

KI-Suche statt Google: Was sich für dein Unternehmen ändert

Früher hat eine Suchmaschine dir zehn Türen gezeigt und du hast dir eine ausgesucht. Heute bekommst du eine Antwort. Mit zwei, drei Empfehlungen darin.

Das klingt nach einem kleinen Unterschied. Ist es aber nicht:

Google-Suche bisher KI-Antwort heute
Was du bekommst Zehn Links zur Auswahl Zwei bis drei Empfehlungen
Zweite Chance Seite 2, weiterscrollen Keine
Wer vorsortiert Du selbst Das System, bevor du fragst
Was entscheidet Deine Platzierung Ob deine Inhalte lesbar und konkret sind

Auf Platz elf zu stehen war ärgerlich – man wurde immerhin noch gefunden, wenn jemand weitergescrollt hat. In einer Antwort nicht vorzukommen ist etwas anderes. Es gibt keine zweite Seite mehr, auf der man nachschauen könnte.

Anfang 2026 endeten bereits rund zwei Drittel aller Google-Suchen ohne einen einzigen Klick. Die Antwort war schon da. Die Website wurde gar nicht mehr gebraucht.

Die gute Nachricht kommt am Schluss. Zuerst die fünf Gründe, warum dich eine KI nicht empfiehlt.

Roboter zeigt auf eine Person in der Menge: Wer in KI-Antworten empfohlen wird

Grund 1: Deine Website sperrt KI-Dienste aus – und du weißt es nicht

Eine Website kann KI-Dienste aussperren. Das ist eine Einstellung, kein Naturgesetz. Und sie wurde in den letzten zwei Jahren erstaunlich oft gesetzt: von Agenturen, von Hosting-Anbietern, von Sicherheitsdiensten. Meistens gut gemeint, oft automatisch, fast immer ohne Rücksprache.

Der Haken daran: Es gibt nicht einen Schalter, sondern mehrere. Einer verhindert, dass deine Texte zum Trainieren von KI-Modellen verwendet werden. Ein ganz anderer entscheidet, ob du in Antworten empfohlen werden darfst. Wer den falschen erwischt – und das passiert oft –, hat sich aus den Empfehlungen genommen und trotzdem nicht verhindert, dass die Texte weiterverwendet werden. Schlechtestes aus beiden Welten.

Das Tückische ist die Stille. Niemand bekommt eine E-Mail mit „Ihre Website ist ab sofort unsichtbar“. Es passiert einfach nichts mehr.

Frag deine Agentur: „Ist unsere Website für KI-Dienste erreichbar – oder sperren wir sie aus?“ Diese Frage lässt sich in fünf Minuten beantworten. Wenn sie länger dauert, ist das schon die Antwort.

Grund 2: Deine Inhalte sind für KI unsichtbar – für Google aber nicht

Viele moderne Websites funktionieren wie ein Schaufenster, das erst dekoriert wird, wenn jemand davorsteht. Für Menschen ist das kein Problem, das dauert den Bruchteil einer Sekunde.

Für die meisten KI-Systeme schon. Sie warten nicht. Sie schauen einmal kurz hin, sehen ein leeres Fenster, und gehen weiter.

Und jetzt kommt der Teil, der die meisten kalt erwischt: Bei Google funktioniert das trotzdem. Google wartet nämlich. Deshalb gibt es reihenweise Websites, die bei Google auf Platz drei stehen und in KI-Antworten kein einziges Mal auftauchen.

Deswegen ist „Wir werden doch bei Google super gefunden“ leider keine Antwort mehr auf die Frage, ob dich eine KI empfiehlt. Es war jahrelang dieselbe Sache. Seit ungefähr zwei Jahren sind es zwei.

Frag deine Agentur: „Stehen unsere Texte direkt in der Seite – oder werden sie erst nachträglich geladen?“

Mann zieht einen Roboter auf: Websites sperren KI-Dienste oft unbemerkt aus

Grund 3: Deine wichtigsten Infos stecken in PDFs, Bildern und Formularen

Alles, was ein Mensch erst wegklicken, herunterladen oder anfordern muss, existiert für eine Maschine nicht. Und zwar ausnahmslos:

  • Die Preisliste als PDF zum Download. Das digitale Äquivalent zu „Bitte rufen Sie uns an.“
  • Leistungen, Öffnungszeiten oder Daten als Text im Bild. Sieht schön aus. Ist für die Maschine eine leere Fläche.
  • Cookie-Banner, die vorher nichts anzeigen. Eine KI klickt nicht auf „Alle akzeptieren“.
  • Preise erst nach dem Formular. Der Mitbewerber mit der offenen Preistabelle wird empfohlen, du nicht.
  • Inhalte in Aufklapp-Elementen, die sich erst auf Klick öffnen.
  • Eingebundene Fremdsysteme – Terminbuchung, Preisrechner, Bewertungen. Was aus einem anderen System kommt, zählt oft nicht zu deiner Seite.
  • Video und Podcast ohne Text dazu. Niemand hört sich das an.

Der Merksatz dazu ist unspektakulär: Wenn eine Maschine dafür klicken müsste, ist es weg.

Grund 4: Deine Texte enthalten nichts, was eine KI weitergeben kann

„Innovativ. Ganzheitlich. Maßgeschneidert. Ihr verlässlicher Partner seit jeher.“

Eine KI sucht nach Sätzen, die sie weitergeben kann. Aus einem verlässlichen Partner lässt sich nichts weitergeben. Aus „Wir bauen Onlineshops für Handwerksbetriebe, ab etwa 8.000 Euro, in acht bis zwölf Wochen“ schon.

Was empfohlen wird, sind konkrete Dinge. Was genau ihr macht. Für wen. Wo. Seit wann. Was es ungefähr kostet. Und ausdrücklich auch: was ihr nicht macht.

Das Unangenehme daran ist, dass genau diese Sätze in Abstimmungsrunden als Erstes gestrichen werden. Zu banal, zu festgelegt, zu wenig nach Marke. Für eine Empfehlung sind sie das Einzige, was zählt.

Und schreib dazu, wann etwas zuletzt aktualisiert wurde. Ein Text ohne Datum ist im Zweifel der ältere – und wird entsprechend behandelt.

Drei identische Roboter als Sinnbild für austauschbare Werbefloskeln

Grund 5: Außer dir spricht niemand über dein Unternehmen

Der unbequemste Punkt, weil er sich nicht auf der eigenen Website lösen lässt.

KI-Systeme lernen nicht daraus, dass du sagst, du seist gut. Sie lernen daraus, dass andere deinen Namen nennen: Fachmedien, Branchenverzeichnisse, Interviews, Bestenlisten, Foren, Kundenstimmen auf fremden Seiten.

Das ist auch nicht weiter überraschend. Es funktioniert wie im echten Leben. Wer über sich selbst sagt, er sei der beste Zahnarzt der Stadt, überzeugt niemanden. Drei Leute, die unabhängig voneinander denselben Namen nennen, schon.

Presse, Verzeichnisse, Podcasts, Partnerseiten, saubere und überall identische Firmendaten. Das klingt nach 2015. Es funktioniert heute nur besser – und ist einer der Gründe, warum strategisches Branding in der KI-Ära mehr denn je zählt.

Was ist GEO – und brauchst du das jetzt auch noch?

GEO steht für Generative Engine Optimization: Inhalte so aufzubereiten, dass KI-Systeme sie verstehen und in ihren Antworten empfehlen. Manche sagen auch AEO dazu, Answer Engine Optimization. Gemeint ist dasselbe.

Das ist kein neues Handwerk und schon gar kein zweites Budget. Es ist die Fortsetzung von dem, was gute Suchmaschinenoptimierung immer war – nur mit zwei zusätzlichen Bedingungen: Die Inhalte müssen erreichbar sein, und sie müssen konkret genug sein, um weitererzählt zu werden.

Wer bei Google ordentlich gefunden wird, hat den größten Teil davon längst erledigt. Etwa drei Viertel der Seiten, die in Googles KI-Antworten empfohlen werden, stehen auch in den klassischen Top-10. SEO und GEO sind keine Gegner. Sie sind zwei Namen für dieselbe Sorgfalt.

Mensch und Roboter im Dialog: Über dein Unternehmen muss auch anderswo gesprochen werden

Selbsttest: Wirst du von KI gefunden?

Du brauchst dafür keine Agentur und kein Tool. Nur ehrliche Fragen und zehn Minuten.

Schreib fünf Fragen auf, die deine Kunden wirklich stellen würden – in ihren Worten, nicht in deinen. Stell sie einer KI. Notier, wer genannt wird. Es gibt drei mögliche Ergebnisse, und alle drei sind nützlich:

  • Du kommst vor. Sehr gut. Dann prüf, ob auch stimmt, was über dich gesagt wird. Veraltete Angaben sind erstaunlich häufig.
  • Deine Mitbewerber kommen vor. Dann weißt du, wer die Hausaufgaben gemacht hat – und ungefähr, was zu tun ist.
  • Es kommt niemand aus deiner Region. Das ist die beste aller Nachrichten. Der Platz ist noch frei.

Wiederhol das in drei Monaten mit denselben fünf Fragen. Dann hast du eine Messung, für die du nichts installieren musst.

5 Fragen an deine Agentur zur KI-Sichtbarkeit

Du musst nichts davon selbst können. Du musst nur wissen, was du fragen sollst:

  • Ist unsere Website für KI-Dienste erreichbar – oder sperren wir sie aus?
  • Stehen unsere Texte direkt in der Seite oder werden sie erst nachgeladen?
  • Welche unserer wichtigsten Informationen stecken in PDFs, Bildern oder hinter Formularen?
  • Wo im Netz werden wir außerhalb der eigenen Website erwähnt?
  • Woran messen wir in einem halben Jahr, ob sich etwas verändert hat?

Kommen fünf klare Antworten: wunderbar, dann bist du in guten Händen. Kommen fünf Gegenfragen: auch eine Antwort.

Fazit: Von KI gefunden werden ist kein Technikprojekt

Das meiste, was fehlt, ist kein Großprojekt. Es ist Aufräumen. Türen aufsperren, Preislisten aus dem PDF holen, konkret schreiben statt schön, und dafür sorgen, dass auch andere deinen Namen nennen.

Die Frage ist also nicht, ob KI dich findet. Die Frage ist, ob sie überhaupt hineinkommt – und ob sie dort etwas vorfindet, das sich weitererzählen lässt.

Deine Website wird gerade gelesen. Nur nicht von Menschen.

Kurz gefragt, kurz beantwortet

Wie werde ich von KI gefunden?
Drei Dinge müssen stimmen: Die Website darf KI-Dienste nicht aussperren, die Inhalte müssen direkt als Text auf der Seite stehen statt in PDFs, Bildern oder hinter Formularen, und die Texte müssen konkret genug sein, um weitergegeben zu werden – mit Leistungen, Zielgruppe, Region und Preisrahmen. Dazu kommen Erwähnungen auf fremden Seiten.

Warum empfiehlt ChatGPT meine Website nicht?
Die drei häufigsten Ursachen: Der Zugang ist gesperrt – oft von der Agentur, dem Hoster oder einem Sicherheitsdienst und ohne Rücksprache. Oder die Inhalte werden erst im Browser aufgebaut und sind für KI-Dienste nicht lesbar. Oder die Texte bestehen aus Werbefloskeln, aus denen sich nichts weitergeben lässt.

Ist GEO dasselbe wie SEO?
Nicht dasselbe, aber zum größten Teil deckungsgleich. Rund drei Viertel der Seiten, die in Googles KI-Antworten empfohlen werden, stehen auch in den klassischen Top-10. Der Unterschied: KI-Dienste sind ungeduldiger als Google und brauchen konkrete, zitierfähige Aussagen statt Marketingsprache.

Muss ich meine Website neu bauen, um von KI gefunden zu werden?
In den seltensten Fällen. Die häufigsten Probleme sind Einstellungen und Inhalte: eine Sperre, die aufgemacht gehört, Informationen, die aus PDFs und Bildern in echten Text wandern, und Texte, die konkreter werden. Größer wird es nur, wenn die Website ihre Inhalte grundsätzlich erst im Browser aufbaut.

Soll ich KI-Dienste lieber aussperren?
Das ist eine legitime Entscheidung – aber eine bewusste. Aussperren verhindert nicht zuverlässig, dass Inhalte weiterverwendet werden, kostet dich aber ziemlich sicher die Empfehlungen. Wichtig ist, dass diese Entscheidung jemand trifft und nicht ein Häkchen, von dem niemand mehr weiß, wer es gesetzt hat.


Du willst wissen, wie deine Website aussieht, wenn eine Maschine sie liest? Wir schauen sie uns an und sagen dir in verständlichem Deutsch, was fehlt – und was davon überhaupt der Rede wert ist.

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